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Es sind 3 Einträge in der 182. Woche vorhanden. 17.01.2010 - 24.01.2010

21:44:43 22.01.2010 Woche: 182

Haiti und Pisco

Da mir momentan selbst wenig Zeit zum Schreiben bleibt (außer: juhu, noch 23 Tage), setze ich heute mal wieder einen Artikel ein, den ich hier auf LatinaPress gefunden habe. Der Artikel beschreibt sehr anschaulich, wie es Pisco zwei Jahre nach dem heftigen Erdbeben geht. Wollen wir hoffen, dass es Haiti besser ergeht.

Lektion für Haiti: Zwei Jahre nach dem Erdbeben in Pisco

Ein verheerendes Erdbeben vernichtete weite Teile von Haiti. Die Stadt Pisco, eine Hafenstadt im Süden von Peru, wurde 2007 fast ebenfalls vollkommen vernichtet. Obwohl Zusagen und Spenden aus aller Welt eintrafen wurde Pisco vergessen und mit seinem Schicksal alleine gelassen.

Zwei Jahre sind vergangen, seit Pisco durch ein Erdbeben der Stärke 7.9 in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde. 596 Menschen wurden getötet, der Fischerort im Süden von Peru versank in Schutt und Asche.

Nach dem Erdbeben kamen Tausende von Rettern in die Gegend und versprachen Unterstützung mit Millionen von Dollar. Pläne wurden erstellt, erdbebensichere Häuser und ein größeres Krankenhaus sollten in der Region neu entstehen. Pisco sollte völlig neu aufgebaut werden-nichts davon geschah.

Viele Straßen in Pisco sind immer noch mit Schutt bedeckt. Tausende von Menschen leben in Hütten, tausende sind von Pisco weggezogen. Was ist mit dem neuen Krankenhaus? Nichts. Nicht einmal mit dem Bau hat man begonnen.

“Der Staat über uns vergessen”, sagte Medalit Diaz, 33, die in einer der vielen Zelte und Hüttenstädte entlang des Fußballstadions lebt.

Die Welt war voll von guten Absichten in den Tagen nach der Tragödie. Das Fernsehen berichtete pausenlos von weinenden Eltern und Rettern, die im pausenlosen Einsatz nach verletzten und verschütteten Personen suchten. Die Bilder gleichen denen, die heute von Haiti bis in den letzten Winkel der Welt übertragen werden und eine beispiellose Welle der Solidarität entfachten.

Die Lage in Pisco steht im Gegensatz zu Aceh, der indonesischen Stadt, die von einem Tsunami apokalyptischen Ausmasses im Jahr 2004 verwüstet wurde.

Ganze Stadtviertel verschwanden, viele Boote sanken landeinwärts der Küste. Es dauerte Monate, bis alle Leichen geborgen waren. Schätzungsweise 230.000 Menschen starben in Idonesien, Thailand, Indien und Sri Lanka. Mehr als die Hälfte von ihnen in der Provinz Aceh. In den ersten Wochen herrschte Chaos. Im Laufe der Monate griff allerdings die Organisation. Bereits ein Jahr nach dem Tsunami hatte man gute Fortschritte erzielt. Zahlreiche Wiederaufbauprojekte wurden gestartet. Heute, nach fünf Jahren, kann man nicht glauben, dass in dieser Gegend so etwas Schreckliches passierte. Es gibt gut asphaltierte Straßen, erdbebensichere Häuser, Schulen und moderne Kliniken.

Nach dieser verheerenden Katastrophe wurden insgesamt rund 13 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau gespendet. Fast die Hälfte wurde in Aceh eingesetzt.

Was ist der Unterschied? Warum wurde Banda Aceh wieder aufgebaut und nicht Pisco? Warum erzeugt eine Katastrophe Unterstützung und Spenden und eine andere, obwohl von geringerer Größe, ist so schnell vergessen?

Gleich zu Beginn der Katastrophe wurden die Hilfs-Organisationen in Pisco mit Problemen auf mehreren Ebenen konfrontiert: Die Infrastruktur war bereits brüchig, es herrschte eine höllische Bürokratie. Die Hilfe war schlecht organisiert, vor allem blühte die Korruption und Intrigen. All dies machte die Zusammenarbeit für internationale Organisationen mit lokalen Behörden sehr schwierig.

Das Beben in Pisco fand am 15. August 2007 statt. Das Seebeben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004. Die Weihnachtszeit zollte dem Beben in Indonesien und Thailand besondere Aufmerksamkeit und weckte zusätzlich die Spendenfreudigkeit weltweit.

Inzwischen teilte das peruanische Gesundtheitsministerium mit, dass in Pisco, nach mehr als 3 Jahren, ein neues Krankenhaus bis zum 02. Februar 2011 fertiggestellt sein wird. Die Klinik hat eine Fläche von 27.715,92 Quadratmetern und eine Bettenkapazität von 102 Betten.

Letztes Mal editiert: Um 22:00:32 am 22.01.2010

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10:36:41 21.01.2010 Woche: 182

Perú goes Hollywood!

Oder zumindest versuchen sie es - wie ich gerade ergoogelt habe, hat "La Teta Asustada" eine Oscar-Nominierung bekommen. Vollkommen zu Recht, wie ich finde. Im Klartext heißt das: Ich werde wohl am 7. März einen Ort finden müssen, an dem ich mir die Oscar-Verleihung anschaue - um dann vor Ort kräftig zu feiern (hoffentlich!).

Schon im Oktober war der Film in die Vorauswahl der Nominierungen gekommen. Regisseurin Claudia Llosa sagte dem peruanischen Nachrichtensender RPP bewegt, wenn sie nominiert würden, sei das ein Traum, der wahr werde.

Das ist jetzt passiert, also drücken wir die Daumen, dass am 7. März ein zweiter Traum wahr wird!

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23:59:31 18.01.2010 Woche: 182

Hitzetod in Bolivien

Netter Happen für zwischendurch: dieser Bericht flatterte mir mit dem Google-Alert für "Peru" ins Haus, im Original ist er hier zu lesen.

P.S. Noch 26 Tage!

Bolivianische Temperaturrekorde - ein Rechenkonstrukt

Der November 2009 ist in Bolivien, den Temperaturkarten der NASA (GISTEMP) zufolge, um bis zu 4°C zu warm ausgefallen. Jedenfalls den Bodenmessungen der Wetterstationen nach. Die Satellitendaten zeigen diese Hitzeinsel in Bolivien nicht.
Man sollte meinen die ermittelten Temperaturen basieren auf einer umfangreichen Datenbasis, aus zahlreichen Wetterstationen, mit kontinuierlichen Messungen über Jahrzehnte hinweg. Schaut man sich die Datenbasis der NASA an, so stellt man jedoch fest, dass die NASA aktuell nicht eine Wetterstation für Bolivien im Datenbestand hat. Die NASA-Daten für Bolivien - eine Hand voll Stationen - reichen nur bis in Jahr 1990. Danach enden die Messungen schlagartig.

Wie kann das sein?

Nun, in den letzten Jahren wurde die Datenbasis stark reduziert. Von einst ca. 6000 Wetterstationen weltweit sind nur noch etwas über 1000 Stationen im Datennetz der NASA übrig geblieben. Viele der Stationen werden heute noch betrieben, auch in Bolivien, tauchen im Datennetz der NASA aber nicht mehr auf. Aus welchen Gründen auch immer.

Somit ist die Temperatur in Bolivien ein Rechenkonstrukt aus Temperaturen, die in Peru, Chile, Argentinien und Brasilien gemessen wurden. Also aus Temperaturen die in anderen Ländern, anderen Höhenbereichen und anderen Klimazonen gemessen wurden. Ähnliche Rechenkonstrukte gibt es für Zentralafrika, Zentralasien, die Arktis und die Antarktis. In diesen Gegenden gibt es nur eine geringe Dichte an Wetterstationen. Das hindert die NASA allerdings nicht daran “hochgenaue” Temperaturkarten für Regionen, in denen manchmal nicht eine Wetterstation steht, zu erstellen. Beispielsweise reichen eine handvoll Stationen in der Arktis oder Antarktis aus, um die ganze Arktis oder Antarktis, ungeachtet des lokalen Klimas, warm zu erscheinen lassen. Mit Hilfe dieser Daten schließen die Klimaforscher dann letztendlich auch auf den lokalen und globalen Klimawandel.

Mann stelle sich vor, die Wetterprognosen in Deutschland würden anhand der Datenbasis der umliegenden Wetterstationen unserer Nachbarländer erstellt werden. Würden Sie solchen Prognosen trauen? Wohl eher nicht. Nicht umsonst setzt Herr Kachelmann auf ein engmaschiges Stationsnetz, um die Zuverlässigkeit und Ortsgenauigkeit seiner Prognosen zu verbessern. In der Klimaforschung läuft es derzeit genau anders herum.

Man fragt sich, wie können die Klimaforscher das Klima in 50 oder 100 Jahren in Regionen vorhersagen, in denen heute nicht eine Wetterstation steht. Den Datensätzen ist nicht einmal das heutige Klima Boliviens bekannt, aber was kommen wird ist ganz gewiss. Der “Hitzetod” in Bolivien. Das prophezeien - jedenfalls der Farbe nach - die folgenden Szenarien des Deutschen Klimarechenzentrums, basierend auf den Daten des IPCC.


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