12:42:34 17.01.2010 Woche: 181
Pisco in Solidarität mit Haiti
Ich unterbreche meinen beseligten Countdown, um an die Menschen von Haiti zu denken, die vermutlich so bald nichts haben, worauf sie sich freuen können. Wie muss es sein, im Radio von ankommenden Hilfsgütern zu hören, ohne jemals etwas davon in den eigenen Händen zu halten? Warum muss eigentlich erst wieder so etwas Grausames passieren wie dieses Erdbeben, das unzählige Todesopfer fordert und Städte in Schutt und Asche legt, damit die Welt geruht, auf ein Land wie Haiti zu schauen? Nun gibt es Artikel, die feststellen, dass Haiti metaphorisch gesehen schon lange vor dem Erdbeben in Trümmern lag. Es ist seit Jahrzehnten das ärmste Land Lateinamerikas. Und es schmerzt zu denken, dass jetzt, wo sich Presse und Charity-Galas wohlgefällig der armen katastrophengeschädigten Haitianer annehmen, immerhin ein wenig für dieses Land getan werden wird. Aber das Interesse unserer Gesellschaft ist kurzlebig, es wird bald eine neue Katastrophe anderswo geben, die Oscars werden verliehen oder irgendein Politiker wird einen verbalen Fauxpas tun, und der Blick der Welt wird sich diesen neuen Themen zuwenden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das passieren wird, lange bevor in Haiti alle Trümmer beseitigt sind. Wie wird es in diesem Land in den nächsten Jahren aussehen? Auf lange Sicht werden die Menschen mit den Folgen der Katastrophe allein gelassen werden, ganz ähnlich, wie es 2007 in Pisco passiert ist.
Und dieser Bogenschlag nach Perú ist der eigentliche Grund meines Eintrags. Ihr erinnert euch sicher an das Erdbeben von 2007; es war fast so stark wie das von Haiti, und es zerstörte große Teile von Pisco und Ica. Es forderte allerdings bei weitem nicht so viele Todesopfer (Gott sei Dank!). Die betroffenen Städte, vor allem eben Pisco, erfuhren damals viel internationale Solidarität und Unterstützung, und wie Pisco nun auf das Erdbeben von Haiti reagiert, berichtet Latina-Press:
Pisco organisiert 30 Tonnen Hilfsgüter für die Opfer von Haiti
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Ein verheerendes Erdbeben kostete 2007 in Peru mehr als 510 Personen das Leben. Die Stadt Pisco, eine Hafenstadt im Süden von Peru, wurde fast vollkommen vernichtet. Damals äußerten mehrere Länder Solidarität mit Pisco, die die Bewohner nun an die Opfer in Haiti zurückgeben möchten.
Die Bewohner der Stadt Pisco, einer der am meisten vom Erdbeben von 2007 zerstörten Regionen in Peru, starten am heutigen Samstag eine Sammlung von haltbaren Lebensmitteln. Sie wollen damit ihre Solidarität mit den Menschen in Haiti bezeugen.
Pisco ist eine kleine Hafenstadt im Süden Perus (etwa 235 km südlich von Lima) und hat ca. 60.000 Einwohner. Bei einem Erdbeben der Stärke 8.0 wurden am 15. August 2007 mehr als 85% Piscos zerstört. Alleine in der größten Kirche der Stadt, San Clemente, starben mindestens 90 Menschen. Von der Kirche blieben nur zwei Steinsäulen und die Kuppel stehen.
“Damals, als bei uns alles in Schutt und Asche lag, mehrere hundert Menschen starben, äußerten mehrere Länder Solidarität mit Pisco, um uns in der schwierigen Zeiten, die wir durch das Erdbeben erlitten, zu helfen. Nun ist es an der Zeit etwas davon an die Menschen in Haiti zurückzugeben und auf die gleiche Weise zu handeln “, teilte Eloy Yong, Direktor und Organisator von Radio Television Orion mit.
Auf diesem Nachrichtenportal findet ihr übrigens auch gute Artikel zum Geschehen in Haiti.
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