Archiv

Es sind 1 Einträge in der 159. Woche vorhanden. 10.08.2009 - 16.08.2009

12:29:58 14.08.2009 Woche: 160

Zerrissene Umarmungen

Wir bleiben perufremd, aber immerhin im spanischen Sprachraum: Ich habe mir den neuen Almodóvar im Kino angeschaut. Natürlich OmU - "Los abrazos rotos".

Vor Jahren hat der Regisseur Mateo Blanco (Lluis Homar) sein Augenlicht verloren und lebt seither nur noch in der Identität seines Pseudonyms Harry Caine. Unterstützt von seiner Produzentin Judit (Blanca Portillo) und ihrem Sohn Diego arbeitet er aber unermüdlich weiter.

Da steht eines Tages Ray X auf der Matte und will von Harry ein Drehbuch, das die Abrechnung eines unterdrückten Sohnes mit dem verhassten Vater erzählen soll. Harry lehnt ab und erkennt, dass Ray X von sich selbst gesprochen hat. Denn sein Vater war der kürzlich verstorbene Geschäftsmann Ernesto Martel.

Das löst in Harry Erinnerungen aus, denn Ernesto Martel spielte auch in seinem Leben eine Rolle: Er finanzierte Harrys letzten Film, "Mädchen und Koffer", weil seine schöne Geliebte Lena (Penélope Cruz) darin die Hauptrolle spielte. Und zunächst ahnte der schon etwas ältere Martel ja nicht, dass Lena und Harry eine Affäre begannen ...

Für einen Almodóvar-Film ist "Zerrissene Umarmungen" erstaunlich gradlinig und - nun, nicht direkt vorhersehbar, aber doch sehr arm an den so charakteristischen Überraschungen und Kehrtwendungen in der Handlung.

Gemessen an anderen Almodóvar-Filmen also eher mittelmäßig - aber ehrlich gesagt merkt man das erst hinterher.

Denn erzählt ist der Film großartig und professionell, mit eindringlichen Bildern und guten Schauspielern. Und es gibt ein paar ganz vertraute Almodóvar-Kunstgriffe, wie den Film im Film - das ist absolut geglückt und fast möchte man lieber der Handlung in "Mädchen und Koffer" folgen als dem Schicksal von Harry und Lena.

Ärgerlich sind ein paar ins Leere führende Spuren, Figuren, von denen man eine größere Bedeutung für die Gesamthandlung erwartet hätte, Motive, die vielleicht mit größerer Wirksamkeit hätten ausgespielt werden können. Und hier und da schrammt Almodóvar an Klischees entlang, die er nicht nötig hätte.

Sehenswert und unterhaltsam ist der Film also allemal. Manche Szenen sind von einem ganz feinen, absurden Humor inmitten einer sich unaufhaltsam anbahnenden Tragik.

Fazit: Anschauen!


Letztes Mal editiert: Um 13:27:47 am 14.08.2009

permaneter Link zu diesem Eintrag

 Links

 Archiv

Verantwortliche: Sabrina Zelezny, Robert Kubiak | nach oben