21:03:39 09.11.2006 Woche: 15
2006 - Odyssee in der Uni (Teil 1)
Sie sind Bachies. Happy Bachies.
Sie wollen nur eins: Den Weg nach Perú finden. Doch dieser Weg ist steinig und verwinkelt. Er führt durch endlose Labyrinthe, durch Dunkelheit und Verzweiflung. Die mysteriösen Papierberge von Bâ-Foe'g müssen ebenso überwunden werden wie die Irrgärten von FU. Und die Zeit drängt. Werden sie es schaffen und sich ihren Weg zum Auslandssemester bahnen? Lesen Sie hier den ersten Teil der packenden Saga ...
Erste Station: 26.10., Akademisches Auslandsamt
Bisher hatten wir ein Auslandsstipendium des DAAD im Sinn, doch der Mitarbeiter im AAA rät uns schnell davon ab. Für einen Drittsemestler ist es wohl relativ unwahrscheinlich, an dieses Stipendium zu kommen. Der Aufwand für die Bewerbung ist möglicherweise zu hoch im Verhältnis zur Wahrscheinlichkeit. Er empfiehlt uns stattdessen Auslands-Bafög, von dem wir auch schon gehört haben. Das zu bekommen ist wahrscheinlicher. Statt endloser Rennerei und der Verfassung von Motivationsschreiben wird hier allerdings das Durchkämpfen endloser, typisch-deutsch bürokratischer Formulare nötig.
Wenn man sich gleichzeitig für Auslands-Bafög und DAAD bewirbt, muss das bei der Bewerbung angegeben werden. Folge: Der DAAD würde dann den Auslandszuschlagsbetrag (Bafög) von der monatlichen Teilstipendienrate abziehen - mit der Folge, dass sich eine Förderung weniger lohnt, da man beim DAAD ohnehin auch 466 Euro selber zahlen muss.
Vorteil beim Auslands-Bafög: Der Auslandszuschuss (der sich für die meisten Länder zwischen 90 und 150 Euro bewegt, natürlich auch höher sein kann, aber eigentlich nur für Aufenthalte in Südamerika recht lohnend scheint - mit 90 Euro in Australien kommt man nicht sooo weit, oder?) ist ein Vollzuschuss, außerdem werden Reisekosten erstattet.
Insgesamt ein recht positiver Besuch, der uns deutlichere Perspektiven bringt.
Zweite Station: 01.11., Termin bei unserer BA-Koordinatorin
Hier wollen wir vor allem noch einmal über die mögliche Anerkennung von Kursen sprechen. Wir haben beide schon Lehrveranstaltungen aus dem Lehrangebot unserer peruanischen Unis ausgewählt, die in die Module im Kernfach Sozial- und Kulturanthropologie passen könnten, die wir im 5. Semester absolvieren müssen. Das Echo ist positiv, unsere Koordinatorin sieht kein Problem - allerdings ist nicht ganz klar, ob sie die letzte Instanz in dieser Angelegenheit ist. Für unser Nebenfach Lateinamerikastudien müssen wir allerdings noch an einer anderen Stelle fragen. Für den weiteren bürokratischen Ablauf (Antrag auf Urlaubssemester) verweist sie uns ans Studienbüro.
Dritte Station: 03.11., Studienbüro
Die Schlange vor der Tür ist unendlich lang, doch halt - es gibt ja auch mehrere Türen mit der Aufschrift "Studienbüro". Welche ist die richtige? Wir sprechen eine Frau an, die gerade aus einer der Türen schaut - sie ist natürlich nicht zuständig, immerhin kann ich zu ihr mit meinen Praktikumsunterlagen kommen. Für unser Vorhaben verweist sie uns ans Prüfungsbüro. Wir stiefeln ein Stockwerk höher. Es gibt Prüfungsbüros für alles, aber keines für Sozial- und Kulturanthropologie. Dank des Automatens, der neuerdings zum Ziehen von Wartenummern installiert worden ist, finden wir dann doch heraus, wo es sich befindet: Im Prüfungsbüro für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Wie naheliegend. An der Tür desselben steht natürlich kein Wort von unserem Fach und offen hat es auch nicht.
Resigniert gehen wir nach Hause zurück und schreiben erst einmal Emails.
Vierte Station: 9.11., Immatrikulationsbüro
Auf die Emails haben wir Antworten bekommen, die uns in Sachen Urlaubssemester ans Immatrikulationsbüro verweisen. Hier erfahren wir zunächst am Info-Stand, dass der Antrag auf ein Urlaubssemester erfreulich unkompliziert ist. Für weitere Fragen ziehen wir eine Wartenummer. Schon nach einer Stunde sitzen wir einer wirklich netten Sachbearbeiterin gegenüber, die uns geduldig unsere Fragen beantwortet. Zum Beispiel erfahren wir, wie wir die Befreiung von der Semesterticketgebühr während des Semesters beantragen. Und dass der Antrag wirklich so unkompliziert ist, wie es aussieht. Und dass er auch noch Zeit hat.
Das beflügelt!
Mit den Leuten vom Auslands-Bafög sind wir auch schon in Kontakt und löchern sie gnadenlos mit Fragen. Alles nimmt langsam Gestalt an, in vieler Hinsicht kommen wir besser voran als gedacht und trotz aller Wirren der ersten BA-Generation scheint der Traum vom Auslandssemester in Perú durchaus realisierbar.
Letztes Mal editiert: Um 21:05:43 am 09.11.2006
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