20:00:02 08.11.2008 Woche: 120
¡Ya estoy aquí!
Nach einer wahren Mammutreise bin ich gestern morgen (Ortszeit) endlich in Arequipa angekommen - und es ist einfach nur gut, hier zu sein.
Ein wenig ist es, als würde ich erst jetzt merken, wie sehr ich die Stadt vermisst habe - mit ihrem strahlenden Sonnenschein, den Vulkanen, weissen Kolonialbauten im Centro, endlosen Kolonnen von gelben Taxis und bunten Combis, den "ambulantes", die auf der Strasse Süssigkeiten und Getränke verkaufen, der trockenen Luft, dem Lärm, der Mischung aus Cumbia, Salsa und Reggaeton, die aus den Läden dröhnt ... allem, was das Leben hier so ausmacht.
Gleich werd ich meinen Mietvertrag unterschreiben. Und mein Zimmer könnte kaum besser gelegen sein: schaut mal unten auf den Plan. Sucht die Plaza de Armas (das Herzstück Arequipas mit der weissen Kathedrale und eine der schönsten Plazas in ganz Perú!), geht zu ihrer linken unteren Ecke, dort verläuft die Strasse Puente Bolognesi, die zur gleichnamigen Brücke führt. (Peruaner haben übrigens keine Ahnung von annähernd italienischer Aussprache und nennen die Strasse daher "Bolochnessi".) Drei Blocks von der Plaza entfernt wohne ich - gleich!
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21:32:42 03.11.2008 Woche: 120
Noch ... äh ... mal was anderes: Willkommen bei den Ch'tis!
Ich war heute noch einmal im Kino und habe die endgültig letzten Kinogutscheine umgesetzt. Film: "Willkommen bei den Sch'tis", was ich eine ganz schreckliche Schreibweise finde, denn auf Französisch heißt es "Ch'tis".
Die Ch'tis sind die Leute im Norden Frankreichs, an der belgischen Grenze, in der Region Nord-Pas-de-Calais. Eine Region, die ich dank meiner Freundin Alex aus Lille mittlerweile ganz gut kenne und - samt der Ch'tis - ins Herz geschlossen habe. Als ich vor vier Jahren das erste Mal in Frankreich war, schaute ich mit Alex die DVD eines lokalen Komikers namens Dany Boon an. Das Ganze war auf Ch'timi, oder eben Ch'ti, dem Dialekt des Nordens, und verstehen konnte ich es nur dank französischer Untertitel.
Lustig war es allemal: Dany Boon nahm nicht nur die Ch'tis auf liebevolle Art auf die Schippe, sondern auch den Rest der Franzosen und das Bild, das sie von ihren nördlichen Kollegen haben.
Und nun hat Dany Boon einen ganzen Film gemacht: "Bienvenue chez les Ch'tis" eben.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Philippe (Kad Merad) aus der Provence, also Südfrankreich, arbeitet bei der Post und träumt eigentlich von einer Versetzung an die Côte d'Azur. Ein Betrugsversuch, mit dem er an den begehrten Posten kommen will, scheitert aber und es folgt die Strafversetzung in den "hohen Norden". Mit starken Bauchschmerzen macht sich Philippe auf den Weg, hat er doch Übles vom rauen, kalten Norden und den primitiven, zurückgebliebenen und verschrobenen Ch'tis gehört ...
Im Norden angekommen fährt er erstmal Postler Antoine (Dany Boon) über den Haufen, versteht kein Wort und kommt mit den Ch'tis zunächst einmal so gar nicht klar. Aber die, allen voran Antoine, schaffen es mit ihrer Herzlichkeit reichlich schnell, Philippe mit seinem neuen Arbeitsplatz zu versöhnen. Seine im Süden zurück gebliebene Ehefrau Julie will die Geschichte vom Glück im Norden allerdings nicht glauben und vermutet, dass ihr Mann Schlimmstes durchmacht - wenn er am Wochenende nach Hause kommt, verwöhnt sie ihn und folglich ist die zuvor kriselnde Ehe perfekt wie nie.
Bis Julie beschließt, Philippe in den Norden zu folgen. Das ist mehr als unangenehm für ihn, denn er hat nicht nur Julie einiges zu beichten, sondern auch seinen Ch'ti-Freunden - die wissen schließlich noch nicht, welche Lügen er seiner Frau jedes Wochenende über den Norden aufgetischt hat ...
"Willkommen bei den Ch'tis" ist eine schöne, liebenswerte Komödie. Albern, aber eben genau im richtigen Maße. Sehr schön wird hier mit den Vorurteilen gespielt, die es innerhalb Frankreichs gegeneinander gibt - und überraschenderweise funktioniert das sogar auf Deutsch. Die Synchronisierer haben praktisch einen eigenen Dialekt geschaffen, der die Eigenarten des Ch'ti einfangen soll - so wird "s" zu "sch", "ch" zu "s" und so weiter. Herauskommt eine charmant-schrullige Art zu reden, die fascht son schüchtig mast.
Tipp also: Ansehen. Hat mir natürlich doppelt Spaß gemacht, weil ich den Norden kenne - und ein besonderer Witz liegt darin, dass Alex' Mutter genau wie die Protagonisten auch bei der Post arbeitet (und ich daher aus erster Hand weiß, dass die Art, wie einfach dort im Film die Briefe sortiert werden, einfach unrealistisch einfach ist). Ich gebe mir den Film auch noch irgendwann auf Französisch (mit Untertiteln) - dann wohl aber 2009 auf DVD.
Letztes Mal editiert: Um 21:34:27 am 03.11.2008
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23:17:31 02.11.2008 Woche: 119
Noch 3 Tage!
Mann, die große Abschiedswelle reißt nicht ab. Man könnte ja meinen, ich würde für ein halbes Jahr nach Südamerika fahren ...
Letztes Mal editiert: Um 23:19:30 am 02.11.2008
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